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Unter diesem Titel könnte man das Gespräch von Vertretern der BDM-Kreisteams Augsburg und Aichach-Friedberg mit den CSU-Abgeordneten Markus Ferber (MdEP) und Hans-Jörg Durz (MdB) mit in Augsburg zusammenfassen. Trotz der herzlichen Atmosphäre des Gesprächs, an dem von Seiten der Milcherzeuger auch die beiden Kreisvorsitzenden Wally Meitinger (Augsburg) und Johann Breitsameter (Aichach-Friedberg) teilnahmen, wurden einige Trennlinien deutlich sichtbar:

Während Durz sich während des Gesprächs abwartend verhielt, unterlag Markus Ferber teilweise dem innerlichen Wunsch, jedwedes BDM-Konzept mit zum Teil abwegigen Anwürfen anzugreifen. Dies allerdings in Anbetracht der Tatsache, selbst keine Lösungsmöglichkeiten vorzulegen. Trotz mehrmaliger Gespräche mit BDM-Vertretern in den vergangenen Jahren, versuchte Ferber wieder, die BDM-Position in die Nähe der längst ausgelaufenen und aus BDM-Sicht nicht wiedereinzuführenden Milchquote zu rücken.
Dem Verweis auf die tatsächliche - durch die EU-Programme unterstützte - krisenbedingte Mengenreduzierung begegnete Ferber mit dem Verweis auf die komplexen politischen Mehrheitsverhältnisse: Aufgrund der Einstellung von Agrarkommissar Hogan und einiger großer milchproduzierenden Staaten sei es illusorisch, auf eine Weiterführung der wirksamen Instrumenten zu hoffen, so der ausgewiesene Vertreter der bäuerlichen Interessen, der sich im Vorfeld des Gesprächs ausführlich über die frostbedingten Ernteausfälle der Obstbauern informierte.
Zum Zusammenhang zwischen steigenden Milchanlieferungen und exorbitant hohen Lagerbeständen in Intervention und privater Lagerhaltung zeigten sich die CSU-Parlamentarier besorgt und unterstützten die Milchviehhalter in der Forderung, auf eine zu schnelle Auslagerung zu verzichten.
Munter wurde Ferber bei der Kritik am Bericht des Bundeskartellamtes zu den Lieferbeziehungen: Dieses sei überhaupt nicht in seinem Sinne, so der bekennende Freund des Genossenschaftsgedankens. Auf die Klarstellung der Milchviehhalter konnte der langjährige Europaabgeordnete allerdings auch keine Gegenargumentation vorweisen und erkundigt sich stattdessen nach besseren Vermarktungsmöglichkeiten der bayerischen Molkereien. Johann Breitsameter, BDM-Kreisteamleiter Aichach-Friedberg, machte den Christsozialen allerdings deutlich, dass eine verbesserte Verwertung der Trinkmilch nur ein relativ unbedeutender Ansatz zur Problemlösung sei. „Wenn zu viel Milch auf dem Markt ist, hilft uns Markenbildung und Markenpflege für den Export in einer Krise nur sehr bedingt“, so Breitsameter.
Eine grundsätzliche Einigung konnte in der Frage der Weiterentwicklung der GAP erzielt werden. Hier war Konsens, dass sich die Förderung in Zukunft mehr an qualitativen und weniger an quantitativen Kriterien zu orientieren habe. Das Bayerische Sonder-Investitionsprogramm (BaySL), welches gerade den Bau von kleineren Ställen fördert, sei hier ein gutes Beispiel. Hans-Jörg Durz versprach daraufhin, sich in Berlin bei Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt für eine derartige Neuorientierung der Förderung einzusetzen. Es wurde vereinbart, zeitnah einen weiteren Gesprächstermin zur Zukunft der GAP mit Durz und Ferber anzusetzen.
Konsens war ebenfalls, dass die EU die eingelagerten Mengen nicht vorschnell auslagern und damit den – sowieso noch – fragilen Markt wieder unter Druck setzen sollte. Deutlich reservierter gab sich Ferber bei der unbedingt nötigen Verlängerung der mengenbegrenzenden Maßnahmen. Es blieb den Milchviehaltern allerdings überlassen, ihren Europaabgeordneten auf die Unwucht in seiner Argumentation aufmerksam zu machen: „Wenn die Lager übervoll sind, macht es keinen Sinn, die Milchschleuse jetzt wieder zu öffnen“, so Johann Breitsameter abschließend.

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