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Das niederbayerische Volksfest Gillamoos in Abensberg mit seinem politischen Frühschoppen weißt eine bundesweite Bekanntheit auf, so dass es kein Wunder war, dass die Parteien im Jahr der Bundestagswahl einige ihrer prominentesten Vertreter entsandten, um nur wenige Tage vor der Wahl für die eine oder andere Seite auf Stimmenfang zu gehen.


Und so besuchten auch die niederbayerischen BDM-Kreisteams die Zelte in denen unter anderem SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Ex-CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auftraten, um eine symbolische Aktion zu den Milchpulverbergen in Privater Lagerhaltung und öffentlicher Intervention durchzuführen. So wurden kleine Milchpulver-Präsentsäckchen an die Parteienvertreter verteilt. Vor allem die Besucher des SPD-Zelts und auch der anwesende Spitzenkandidaten nahmen die Milchpulverpräsente mit dem Verweis auf die angespannte Marktlage gerne an. Deutlich reservierter waren die Christsozialen, die in weiten Teilen und darunter auch der ehemalige Bundesminister, die Päckchen mit den enthaltenen Hinweisen zur Milchpulverproblematik schnöde beiseiteschoben.
Am Abend desselben Tages stand das direkte Gespräch mit der Politik auf dem Programm. Vor allem die kleineren Parteien nahmen sich dem Thema an und es erschienen neben den Vertretern von FDP, Bündnisgrünen und Linken auch der bayerischen Landtagsfraktionsvorsitzende und Bundestagsspitzenkandidat der Freien Wähler, Hubert Aiwanger. Zentrales Thema des Abends war selbstverständlich die Situation auf dem Milchmarkt, die sich aktuell zwischen greifender Markterholung und riesigen Lagerbeständen an Interventionswage darstellt. Hier erläuterten die Milchviehhalter den Vertretern der Parteien, dass nur die schlussendlich eingeleiteten mengenbezogenen Maßnahmen eine zügige Markterholung eingeleitet hätten und die bislang vorliegenden Daten auch die Beteiligungsbereitschaft der Milchviehhalter belege.
Einig waren sich die Vertreter der Politik in der Unterstützung der Milchviehhalter in ihren Anliegen. Selbst FDP-Kandidat Prof. Dr. Christoph Zeitler und als Liberaler eher abgeneigt gegenüber zu starken Markteingriffen, unterstützte die BDM-Position, wonach der freie Markt so lange wie möglich wirken solle, im Falle konkreter und schwerwiegender Marktkrisen allerdings auch staatlich eingegriffen werden müsse. Johann Feirer, grüner Direktkandidat im Wahlkreis 230 unterstriche die Bedeutung der biologisch wirtschaftenden Landwirtschaft und die der Versorgung mit regional erzeugten Milchprodukten. Für die Freien Wähler unterstrich Hubert Aiwanger, dass die positiven Schlussfolgerungen und Ergebnisse, die die Programme zur Mengenreduzierung „in Gold geschnitten“ werden müssten. Diese hätten gezeigt, dass sich der beharrliche Weg des BDM und der Milchviehhalter am Ende gegen viele gegenläufige Interessen durchgesetzt habe. Ebenso müsse der Lebensmitteleinzelhandel dazu gebracht werden, erzeugungskostendeckende Preise von seinen Konsumenten zu verlangen und diese dann auch an die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte durchzureichen.
In der, sich an die Statements der Politik anschließenden Diskussionsrunde wurden u.a. die Themen der Düngeverordnung, der besseren Vermarktung der Milch über bessere MEGs und die allgemeine Bedeutung der Landwirtschaft in der Gesellschaft diskutiert. Weitgehende Einigkeit bestand in der Meinung, dass ständig neue und sich ändernde Förderprogramme nicht die Zukunft der Landwirtschaft sein könnten und es vielmehr aus einem auskömmlichen Einkommen durch den Verkauf der eigenen Produkte gehen müsse.

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