Startseite | Seitenübersicht | Impressum/Disclaimer | Interner Bereich

Hinweis

Die Redaktion weist darauf hin, dass es sich bei den so gekennzeichneten Meldungen (icon_link_external.gif) um Angebote Dritter handelt, die nicht die Meinung des BDM wiedergeben.

IMG_6072_1.JPG

Wieder gut gefüllt zeigte sich der Tagungssaal der bayerischen Landesdelegierten im oberbayerischen Denkendorf – kein Wunder - standen doch nicht nur die Neuwahlen von Landesvorsitzenden und Landesteam als auch einige interessante Vorträge auf dem Programm.


Nachdem Manfred Gilch kurz und prägnant von der Arbeit des Landesteams berichtet hatte, übernahm der Hauptreferent, Horst Arnold, agrarpolitischer Sprecher der bayerischen SPD, das Mikrofon und führte in seiner, oft durch Applaus unterbrochenen, Rede über die Agrarpolitik der SPD aus. Hier stellte er vor allem die Position der bayerischen Verfassung zur Landwirtschaft, und zitierte dazu Art. 164 (2) „Ein angemessenes landwirtschaftliches Einkommen wird durch eine den allgemeinen Wirtschaftsverhältnissen entsprechende Preis- und Lohngestaltung sowie durch Marktordnungen sichergestellt. Diesen werden Vereinbarungen zwischen den Organisationen der Erzeuger, Verteiler und Verbraucher zugrunde gelegt.“ Ebenso spreche sich Art. 165 gegen eine Überschuldung landwirtschaftlicher Betriebe, die durch Gesetzgebung möglichst zu verhindern sei, aus. Man sehe, so Arnold, dass die bayerische Verfassung und deren sozialdemokratische Väter das Wohl der Landwirtschaft sehr wohl im Blick gehabt hätten, dies allerdings aufgrund der zunehmend landwirtschaftsfremden Politik nicht mehr der Fall sei. Deutliche Kritik übte Arnold am Verhalten der CSU, die sowohl in München als auch in Berlin, lange auf der milchpolitischen Bremse gestanden habe und in der Person des bayerischen Landwirtschaftsministers Helmut Brunner erst gehandelt habe, als das Kind schon in den Brunnen gefallen sei. Weiterhin machte Arnold deutlich, dass sich eine stärkere Polarisierung in der Agrarpolitik abspiele, wo sich die Interessen einer Agrarindustrie und den „weltfremden Forderungen“ nach einer „giftfreien“ Landwirtschaft gegenüber stünden, so der Fürther Parlamentarier. Ein solcher Konflikt sei allerdings für eine mittelständisch geprägte Landwirtschaft nicht zielführend und beschleunige eher den Strukturwandel.
Im Weiteren sprach Hans Foldenauer in seiner Funktion als Vorstandssprecher von der Tätigkeit des Bundesebene im Jahr 2017, die trotz der sich erholenden Preise, nicht minder arbeitsintensiv gewesen sei. Zudem berichtete er zur zukünftigen Arbeit des BDM und dem zentralen Ziel, neben der sorgfältigen Beobachtung des Milchmarktes und des weiteren Druckmachens für eine sinnvolle und innovative Marktordnung, auch wieder die direkter Ansprache der Milcherzeuger sein müsse. Des Weiteren animierte Foldenauer die die Landesdelegierten, auch weiterhin den Kontakt zur Politik zu suchen und über das persönliche Gespräch für die Sache der Milchbauernschaft zu werben.
Ebenso aufmerksam wurde der Vortrag von BDM-Bundesbeiratsvorsitzenden Johannes Praller verfolgt. Dieser berichtete von seiner Reise nach Burkina Faso, wo deutlich wird, wie der Export von europäischem Magermilchpulver sowohl europäische als auch inländische Erzeuger ruiniere. Gerade in den unterentwickelten Gebieten Afrikas würde ein weiteres Ausdünnen der heimischen Landwirtschaft eine weitere Zunahme von Landflucht und Verstädterung bedeuten, so Pfaller. Wichtiger als ausgefeilte entwicklungspolitische Konzepte und deren teure Umsetzung sei vielmehr, die Menschen dort abzuholen, wo die Entwicklung gerade sei, so der mittelfränkische Milcherzeuger, über dessen Reise eine Fotoausstellung angefertigt wurde. Diese wird sich in den nächsten Wochen und Monaten auf Reisen begeben, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger aber auch möglichst viele Bäuerinnen und Bauern zu erreichen.
Nahezu einstimmig wurde die Spitze des Landeteams - bestehend aus Manfred Gilch und Hans Leis - im Amt bestätigt. Begünstigt wurde dieses Ergebnis sicherlich von der eindrucksvollen Arbeit des Landesteams, die sicherlich einen Höhepunkt im Abschluss der Milchverpulveraktion in München fand, wo zentrale vor der Bayerischen Staatskanzlei deutlich sichtbar auf die Probleme der Intervention mit noch immer 400.000 Tonnen eingelagerten Milchpulvers hingewiesen wurde. Mit nahezu ähnlichen Traumresultaten wurden weite Teile des bayerischen Landesteams in ihrer Funktion bestätigt. Besondere Begeisterung löste die Tatsache aus, dass alle ausscheidenden Teammitglieder mit, zum Teil, Jungbauern ersetzt werden konnten. Ebenso wurden in Denkendorf die Delegierten für die BDM-Bundesdelegiertenversammlung gewählt sowie eine eindeutige Wahlempfehlung zu Gunsten der bayerischen Kandidaten für den Bundesbeirat an die Bundesdelegiertenversammlung ausgesprochen.


IMG_6075.JPG

IMG_6089.JPG

IMG_6072.JPG