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Die Milchviehhaltung hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Heute leben viele Kühe in offenen, luftigen Ställen und können sich frei bewegen. Innovative Konzepte beinhalten Auslaufbereiche, in denen die Tiere das ganze Jahr über natürliche Klima- und Umweltreize wie Sonne, Wind und Regen bekommen können. Auch die Weidehaltung kommt gerade in Grünlandregionen wieder verstärkt in den Fokus. Aus Sicht der Tierhalter wäre es ein echter Rückschritt für den Tier- und Naturschutz, wenn neue Vorgaben zum Klimaschutz diese Errungenschaften in Zukunft verhindern würden. Eine Sorge mehr also für die ohnehin krisengebeutelten Milchviehhalter. Nun hat sich eine Milchbäuerin aus Schleswig-Holstein direkt an Bundesumweltministerin Hendricks gewandt und sich heute mit ihr zu einem Gespräch  auf ihrem Milchviehbetrieb getroffen.

(Kiebitzreihe) Die Bundesregierung will die deutschen Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 um 40 Prozent reduzieren. Es ist den Milchviehhaltern bewusst, dass das hierzu in 2014 verabschiedete Aktionsprogramm auch Maßnahmen für die Landwirtschaft bedeutet. In der Tierhaltung geht es vor allem um die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die aus natürlichen Prozessen im Boden, bei der Herstellung von synthetischen Düngern, der Verdauung der Tiere und der Lagerung von Mist und Gülle entstehen. Was dies heute für die Landwirte heißt, erklärt Anneli Wehling, Milchviehhalterin aus Kiebitzreihe im südlichen Schleswig-Holstein: „Tierwohl in der Milchviehhaltung bedeutete bis eben noch große Laufflächen mit angeschlossenen Außenbereichen. Wer heute für seine Kühe einen neuen Stall bauen will, der diesen Erkenntnissen gerecht wird, der stößt zunehmend auf Probleme, wenn es um die Einhaltung verschiedener Richtlinien zum Klimaschutz geht.“

Ein weitere Folge der steigenden Auflagen macht der engagierten Milchbäuerin große Sorgen: „Um die neuen Auflagen zu erfüllen, muss von den ohnehin schon krisengebeutelten Milchviehhaltern viel Geld in die Hand genommen werden. Auf je mehr Stallplätze sich diese Kosten verteilen, desto eher ist ein Betrieb in der Lage, diese Auflagen zu erfüllen. Kleine und mittlere Betriebe drohen dabei auf der Strecke zu bleiben und wir bewegen uns geradewegs auf ein System mit geschlossenen Stallanlagen zu, in dem keine Kuh mehr die Sonne sieht. Ich glaube nicht, dass dies im Sinne der Verbraucher ist – und auch nicht von uns Bauern.“

Anneli Wehling will sich diesem Dilemma nicht ergeben und mit ihren Berufskollegen das Problem selbst anpacken. Daher hat sie Bundesumweltministerin Hendricks angeschrieben und um ihre Unterstützung gebeten. Sie freut sich, dass nur zwei Wochen später Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. mit der Ministerin einen offenen Austausch auf dem Betrieb der Familie Wehling in Kiebitzreihe führen konnten. „Auf diesem Gespräch können wir aufbauen“, lautet auch das Resümee von Kirsten Wosnitza, Sprecherin des BDM in Schleswig-Holstein. „Wir konnten klar machen, dass es uns nicht darum geht, den Klimaschutz in Frage zu stellen. Es ist selbstverständlich, dass auch die Landwirtschaft dazu beitragen muss und will. Uns ist es allerdings wichtig, dass sich Wege und Instrumente zur Zielerreichung an der Praxis orientieren. Was wir umsetzen sollen, das muss machbar und finanzierbar sein. Damit sind wir bei Ministerin Hendricks auf offene Ohren gestoßen. Als Tierhalter befinden wir uns in einem Zielkonflikt, der auch durch die Vorgaben der Politik hervorgerufen wird. Also ist es Aufgabe der Politik, uns mit der Lösung nicht alleine zu lassen.“

Die Milchviehhalter setzen auf Dialog. Ihrer Meinung nach bedarf es einer intensiven Diskussion mit Tierhaltern, Wissenschaft, Verbänden und Gesellschaft und sie sehen es als Aufgabe der Politik an, diese Diskussion zu moderieren. “Wir haben daher  Bundesumweltministerin Hendricks gebeten, diesen Prozess zur Auflösung der Zielkonflikte anzustoßen und zu begleiten. Es darf nicht sein, dass sich unsere Tierhaltung durch steigenden wirtschaftlichen Druck und sich widersprechende Anforderungen in eine Richtung entwickelt, die wir eigentlich gar nicht wollen“, betont Kirsten Wosnitza.


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