Startseite | Seitenübersicht | Impressum/Disclaimer | Interner Bereich

Pressekontakt

Presseanfragen bitte an:
presse@bdm-verband.de


Hans Foldenauer

Sprecher des BDM
Gutenbergstr. 7-9
85354 Freising

Tel.: 08161/5384730
Fax: 08161/53847350
Mobil: 0170/5638056
h.foldenauer@bdm-verband.de


Jutta Weiß

franzgrosse Kommunikation
St. Georgen 15
95448 Bayreuth

Tel: 0921/162717012
Fax: 0921/162717020
jutta.weiss@franzgrosse.de


Archiv

Archiv
k__he_alm

Foto: Dorothea Jacob/pixelio.de

Die aktuellen leichten Preissteigerungen bei Trinkmilch um bis zu 3 Cent sind nach Ansicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter BDM e.V.  Folge der noch verhaltenen Milchanlieferung. Die mit dem 2. EU-Hilfspaket verknüpfte zeitlich befristete Mengendisziplin – auf europäischer wie nationaler Ebene -  hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich die ab dem 2. Halbjahr abzeichnende Markterholung stabilisieren konnte.

„Angesichts der immer noch äußerst angespannten Situation auf den Milchbetrieben müssen die aktuellen Preissteigerungen sofort und unmittelbar an die Milchviehhalter weitergegeben werden“, fordert BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. „Die bisherigen Preissteigerungen sind nur unzureichend bei den Milchviehhaltern angekommen, zunächst haben die Molkereiunternehmen einen Teil für ihre Rücklagen- und Reservenbildung einbehalten. Für die Milcherzeuger bedeutet dies seit Monaten einen Milchpreis auf einem sehr niedrigen Niveau, der die Betriebe gerade so aufrechterhält. Das ist völlig inakzeptabel. Wie das Bundeskartellamt erst vor wenigen Wochen erneut festgestellt hat, tragen die Milchviehhalter das Markt- und Preisrisiko praktisch alleine. Wer das Risiko trägt, müsste aber im Falle einer Markerholung auch umso mehr profitieren. Nur so ließen sich Preisschwankungen mit einer entsprechenden betrieblichen Vorsorge bis zu einem gewissen Grad auch eigenverantwortlich abfedern.“

Die Milchkrise ist für die Milchviehhalter noch längst nicht ausgestanden. Zusätzliche Kredite, die in der Krise aufgenommen wurden, müssen jetzt bedient werden. Dafür braucht es einen deutlich höheren Milchpreis von über 40 Cent. Wollten die Milchbetriebe Rücklagen bilden, die nötig wären, um auch für zukünftige Krisen gewappnet zu sein, bräuchten sie einen Milchpreis von rund 50 Cent. „Davon sind wir meilenweit entfernt“, erklärt Schaber.  „Die Politik kann keine Preise festsetzen, das ist unbestritten, aber sie kann die Weichenstellungen dafür setzen, dass sich zum einen der Markt erholen kann und zum anderen, dass die Milchviehhalter von dieser Erholung auch angemessen profitieren können.“

Der BDM fordert, dass intensiv und mit Hochdruck an der Installierung seines Marktkrisenmanagement-Konzepts gearbeitet wird, mit dem Krisen durch stufenweise Anpassungen des EU-Milchangebots an die reale Nachfrage effektiv und vor allem frühzeitig entgegengewirkt werden kann. Teile dieses Konzepts wurden in den vergangenen Monaten – wenn auch verspätet – auf europäischer und deutscher Ebene eingesetzt und zeigen positive Marktwirkung. Diese Erfahrungen gilt es nun zu nutzen und das Konzept dauerhaft und vollständig zu installieren.
Gleichzeitig müssen die Erkenntnisse des Bundeskartellamts endlich ernstgenommen werden. Es muss dafür Sorge getragen werden, dass die Milchviehhalter auf Augenhöhe am Wettbewerb teilnehmen können und das Marktrisiko gerechter entlang der Wertschöpfungskette verteilt wird.