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Schon aus guter Tradition lädt das BDM-Kreisteam Bad Tölz/Wolfratshausen in der Josefiwoche die Milchviehhalter aus ganz Bayern ins festlich geschmückte Zelt, um mit Politik und Branchenvertreter über die Lage der Milchbauern zu diskutieren und auch um sich das Festbier, den Josefibock, schmecken zu lassen.

Der zugesagte Termin des bayerischen Agrarministers Helmut Brunner musste aufgrund der Gespräche zur Umbildung der bayerischen Staatsregierung durch Neu-Ministerpräsident Söder leider kurzfristig abgesagt werden - allerdings vertrat Amtschef Hubertus Bittlmayer den scheidenden Minister.
So konnten die Hauptredner nach den Grußworten des Sachsenkamer Bürgermeisters Johann Schneil, der agrarpolitischen Sprecherin der Landtagsgrünen, Gisela Sengl, des Stimmkreisabgeordneten Martin Bachhuber(CSU) und des Freie-Wähler-Frontmanns Hubert Aiwanger das Wort ergreifen. Den Anfang machte hier Manfred Gilch als BDM-Landesteamvorsitzender, der in seinem kurzweiligen Vortrag die Arbeit des BDM-Landesteams im Jahr 2017 Revue passieren ließ. Der Vortrag, der die gesamte Bandbreite der BDM-Arbeit in Bayern zeigte und vor allem den Blick auf die Faire-Milch-Konferenz in Würzburg, die BDM-Begleitung des Bundestagswahlkampfes und die Großdemo vor der Staatskanzlei zum Abschluss der Milchverpulvertour richtete, wurde sehr positiv von den versammelten Milchviehhaltern angenommen. Dazu trug sicherlich die Darstellung einiger Fotos von Aktionen und Gesprächen auf einer Leinwand bei.
Hubert Bittlmayer ging in seiner Rede ausführlich auf die Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2019 ein. Hier sei Bayern offen für eine deutliche Stärkung der Förderung der ersten Hektare und eine Degression der Gesamtzahlungen je Betrieb. Im Hinblick auf den Milchmarkt rückte Bittlmayer tendenziell vom Kurs Brunners ab: Eine staatliche Lösung im Sinne einer krisenbedingten Mengenreduzierung müsse möglich sein bzw. die Möglichkeit zu einer solchen geschaffen werden; allerdings sei zuerst die Eigenverantwortung der beteiligten Marktakteure gefordert, um den Milchmarkt zu stabilisieren. Als eine solche Möglichkeit des Sektors bezeichnete Bittlmayer die Versicherungslösungen, die, angeboten über die Molkereien, die Preise nach unten absichern könnten. Als Beispiel nannte er hier die absichernde Wirkung einer Feuerversicherung. Von der EU forderte der Ministeriale sicher mehr um die großen Linie zu kümmern, anstatt in jeden Stall hereinregieren zu wollen. Den „bayerischen Weg“ in der Agrarpolitik zeige sich auch im Umgang mit dem Thema „Düngeverordnung“. Hier sei die LfL mit der Begleitung der Landwirte beauftragt, um die neue Düngeverordnung „ins Laufen“ zu bringen, wobei hier auch die Ausbringtechnik von entscheidender Bedeutung sei.
Romuald Schaber machte in seiner kämpferischen Rede deutlich, dass die Politik der Liberalisierung des Agrarsektors vollkommen gescheitert sei und sich auch daher Verbraucher und Bauern von der EU-Agrarpolitik abwendeten. Die negativen gesellschaftlichen Folgen einer Agrarmarktpolitik, die ihr Heil einzig in Export und Kostenführerschaft suche, seien heute noch gar nicht sichtbar, würden in der Zukunft allerdings umso spürbarer, so der BDM-Bundesvorsitzenden, in seiner häufig durch Applaus unterbrochenen Rede. Von der neuen Bundesregierung forderte Schaber ein Umdenken auf Brüsseler Ebene, um endlich die richtigen Entscheidungen auf EU-Ebene durchzusetzen. Die Verantwortung für die teilweise kruden Auswüchse der Agrarpolitik liege eben auch zum großen Teil in den Mitgliedsstaaten und von diesen sei die Bundesrepublik der mächtigste in der Europäischen Union. Eine klare Absage erteilte Schaber vorgeblichen Krisenmechanismen wie einer Versicherungslösung. Eine Feuerversicherung mache zwar bei einzelnen Bränden Sinn, nicht allerdings, wenn es überall parallel brenne, wie es bei einer Milchmarktkrise der Fall sei. Ebenso würden neue Möglichkeiten der Vertragsgestaltung bei einer schweren Milchmarktkrise nicht helfen, so Schaber vor den knapp 1000 Anwesenden.
Abgerundet wurde der gelungene Abend durch die Rede von Milchboard-Vorstand Frank Lenz, der sich beim BDM ausdrücklich für die Entwicklung des Milchkrisenmanagement-Programms bedankte und unterstrich, dass ohne eine Reduktion des Rohmilchangebots im Krisenfall auch eine weitergehende Bündelung der Milchviehhalter am Problem vorbei gehen. Trotzdem müssten auch die Themen Vertragsgestaltung und eine Neuordnung der Marktmacht zu Gunsten der Milchviehhalter weiterbearbeitet werden, so der Milchviehhalter aus der Altmark, der seinen ersten Bierzeltauftritt grandios absolvierte.

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