Butterpreissenkung nicht überraschend
Foto pixelio.de / Hofschlaeger
BDM erneuert Forderung nach mengenwirksamen Maßnahmen
(Freising) Nach den jetzt zu Ende gegangenen Kontraktverhandlungen für Butter zwischen dem Lebensmitteleinzelhandel und den Molkereien haben die Discounter den Preis für deutsche Markenbutter (250 g) um 20 Cent von 99 Cent auf 79 Cent gesenkt. Die relativ kurze Vertragslaufzeit bis Ende Februar deutet darauf hin, dass die Handelsketten auch weiterhin mit einer für sie vorteilhaften Marktsituation rechnen.
In einer Situation, in der der Milchpreis für die Milcherzeuger nach wie vor weit von einem kostendeckenden Niveau entfernt ist, verschärfen diese abermaligen Preissenkungen die extrem angespannte Liquiditätssituation der Milchviehhalter enorm. „Diese ersten Preissenkungen dürfen nicht der Beginn einer neuen Abwärtsspirale für das gesamte Milchsortiment sein“, warnt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. „Ein Großteil der Betriebe wird ein zweites Jahr mit Niedrigpreisen wie 2009 nicht überleben – alle Reserven wurden letztes Jahr aufgebraucht.“
Für den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Die Zeit der Einlagerung von Butter im Rahmen der Intervention ist vorbei und die Milchproduktionszahlen sind unverändert hoch. Dass unter diesen Umständen die Markterholung, die zum Ende des Jahres zu verzeichnen war, nur von kurzer Dauer sein würde, war abzusehen. Es zeigt sich einmal mehr, dass die von der EU-Kommission eingesetzte, teure Maßnahme der Intervention nur kurzfristig Wirkung zeigen kann, niemals aber eine echte Marktbereinigung bedeutet, wenn man nicht gleichzeitig die Angebotsseite berücksichtigt.
Der BDM erneuert vor diesem Hintergrund seine Forderung, endlich mengenwirksame Maßnahmen auch auf der Angebotsseite anzugehen. Allein die Ankündigung der EU-Kommission, im Mai die im vergangenen Jahr eingelagerten Butterbestände auslagern zu wollen, sorgt schon jetzt für Markt- und Preisdruck. Wird dann im Frühjahr noch die jährlich geplante Quotenerhöhung um 1% zugeteilt, wird weiter für eine Mengenausweitung gesorgt, die zu einer erneuten Talfahrt für die Milchbranche führen dürfte. Die Ablehnung der von den Milcherzeugern geforderten mengenwirksamen und für den Staat kostenneutralen Maßnahmen hat sich schon jetzt als Fehler erwiesen. Angesichts leerer Staatskassen kann und darf es ein „Weiter so wie bisher“ nicht geben.
„Es wird Zeit umzudenken. Angebotsanpassung und Nachfrageankurbelung müssen Hand in Hand gehen, wenn man die Misere ernsthaft lösen will. Der BDM ist bereit, konstruktiv an Lösungen zur Entspannung der Marktlage mitzuarbeiten. Es ist jetzt aber wirklich wichtig, dass man die Ansätze der Milcherzeuger stärker als bisher berücksichtigt“, richtet sich Romuald Schaber an Milchindustrie und Politik.
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