(Freising) Die gestrige Anhörung des Agrarausschusses des EU-Parlaments stand noch unter dem Eindruck der Milchbauernaktionen, die am Vortag in Brüssel aus Protest wegen der unzureichenden Handlungstiefe sowie der falschen Schwerpunktsetzung der Vorschläge der High Level Group Milch zur Lösung der Probleme des Milchmarkts stattgefunden hatten.
Auch im Agrarausschuss wurde gestern deutliche Kritik an den Vorschlägen der High Level Group geübt.
Die Mehrheit der Mitglieder des Agrarausschuss, die sich zu Wort meldeten, kritisierte vor allem, dass die Vorschläge nicht weitreichend genug seien. Sehr kritisch wurde angesichts des Marktmachtgefälles zu Lasten der Erzeuger auch gesehen, dass der Schwerpunkt der Lösungsansätze in Richtung vertraglicher Vereinbarungen zwischen Milcherzeugern und Molkereiwirtschaft ging.
Viele Stimmen im Agrarausschuss sehen es außerdem als eine originäre Aufgabe der Politik an, effiziente Rahmenbedingungen für die Milcherzeuger zu schaffen, damit mit einer flexiblen Milchmarktsteuerung ein Marktgleichgewicht geschaffen und gehalten werden kann.
Der Agrarausschuss erwägt nun, einen eigenen Initiativbericht über die Möglichkeiten der zukünftigen Gestaltung des Milchmarkts in Auftrag zu geben.
Dies zeigt die Unzufriedenheit mit den bisher vorliegenden Lösungsvorschlägen mehr als deutlich. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM begrüßt es sehr, dass der Agrarausschuss des EU-Parlaments ganz offensichtlich weitergehende Gedanken diskutieren will.
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