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Foto:   Jetti Kuhlemann / pixelio.de

Zu einem Gedankenaustausch trafen sich am Freitag, dem 02.07.10 Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) aus Ostfriesland mit SPD-Politikern aus der Region, darunter der Europaabgeordnete Matthias Groote und der Landtagsabgeordnete Wiard Siebels.

Als Vertreter der landwirtschaftlichen Arbeitnehmer nahm Gero Lüers von der Gewerkschaft Bau-Agrar-Umwelt (BAU) teil. Das Treffen fand statt auf dem Hof von Johanne und Christoph Erchinger in Moormerland. Diskutiert wurden die Themen: Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Landwirtschaft und Zukunft der Agrarsubventionen, speziell der EU-Direktzahlungen.

BDM-Regionalleiterin Karin Mansholt aus der Krummhörn schilderte zunächst die aktuelle Situation der Milcherzeuger. Trotz gestiegener Preise ist man von einer Kostendeckung weit entfernt. Zudem haben die Betriebe noch mit den hohen Verlusten des vergangenen Jahres zu kämpfen, viele haben Liquiditätskredite in Anspruch genommen, die ab diesem Jahr zurückgezahlt werden müssen. Außerdem befinden sich viele Milchbauern, die ihre Herden stark vergrößert haben, in einer Arbeitsfalle. Vor diesem Hintergrund könnte die Landwirtschaft zu einem Jobmotor werden. Es besteht ein Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Um sie einzustellen ist allerdings ein kostendeckender Milchpreis erforderlich.

Das Arbeitsplatzargument traf bei den SPD-Vertretern auf Zustimmung. Auch die Notwendigkeit eines höheren Milchpreises war unstrittig, wobei Siebels, agrarpolitischer Sprecher seiner Fraktion, Forderungen nach einem Mindestpreis zurückwies.

Beide SPD-Vertreter teilten die Befürchtungen der Landwirte, dass ab 2013, wenn die Finanzen der EU neu ausgerichtet werden, mit eher sinkenden Direktzahlungen zu rechnen sei. Dieses Thema wird in Zukunft nicht mehr von der EU-Kommission und den Agrarministern, sondern vom EU-Parlament entschieden. Groote versprach, bei den Diskussionen über die zukünftigen Zahlungen die besondere Situation der ostfriesischen Milcherzeuger einzubringen. Einig war man sich, dass das bisherige „Gießkannenprinzip“ bei den Direktzahlungen zu Nachteilen für kleinere Betriebe führt. Hier sollten in Zukunft Kriterien wie Nachhaltigkeit, Gentechnik-Freiheit und Landschaftserhalt stärker berücksichtigt werden, um bäuerliche Betriebsstrukturen zu erhalten. Gero Lüers von der IG BAU regte an, bei der Förderung auch die Kriterien Arbeitskräftebesatz und Ausbildungsbereitschaft zu berücksichtigen.

Insgesamt ergab die konstruktive Diskussion viele Übereinstimmungen zwischen BDM und SPD. Es wurde vereinbart, sich in Zukunft öfter zu treffen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.

BDM – Team Ostfriesland