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Sie sind kein Milcherzeuger und wollen den BDM unterstützen? Sie können dies auch als Fördermitglied tun.

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Die Ziele des BDM

Ziel der gesamten Bemühungen und Anstrengungen des BDM ist der

Fortbestand möglichst vieler Milchviehbetriebe.

Dies ist nicht gleichzusetzen mit einer Zementierung bestehender Strukturen. Der BDM will den Wandel und ist auch offen für damit einhergehende Neuerungen. Prämisse des Strukturwandels muss jedoch die Wirtschaftlichkeit, Sozialverträglichkeit und Umweltverträglichkeit der Veränderung sein und nicht, wie in der Vergangenheit, ein Strukturwandel, der mit einer einseitigen Belastung der Bauern durch ein Mehr an Arbeit, Risiko und Kapitaleinsatz verbunden ist.

Warum ist der Fortbestand möglichst vieler Milchviehbetriebe nicht nur für die betroffenen Bauern, sondern für die gesamte Gesellschaft wichtig?

Die bäuerlichen Betriebe sind Mittelstandsunternehmen, die das Rückgrat gerade der Gesellschaft im ländlichen Raum bilden. Sie investieren ihr erwirtschaftetes Geld wieder in der Region und leisten so einen wesentlichen Beitrag zur

- Sicherung von Arbeitsplätzen v.a. im ländlichen Raum

Je größer die Wertschöpfung in der Milcherzeugung, umso mehr werden die Milcherzeuger die Wirtschaftskraft der Region durch Ersatz- und Neuinvestitionen stärken. Mit Handwerk, Handel und Gewerbe gibt es ein enges Miteinander, das die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen im ländlichen Raum festigt.

Auch mit ihren Nebentätigkeiten und Ehrenämtern (z.B. Feuerwehr, Schneeräumdienst, Trachtengruppen, etc.) tragen die Bauern ganz wesentlich zum sozialen und kulturellen Leben auf dem Land bei. Mit der Sicherung des Fortbestands vieler Milchviehbetriebe wird ein völliges „Ausbluten“ der ländlichen Regionen verhindert.

- Erhalt der Vielfalt der Kulturlandschaft und ländlichen Räume

Die Vielfalt der Kulturlandschaften und ländlichen Räume sorgt nicht nur für eine höhere Lebensqualität der Bürger, sondern sichert ganz wesentlich die so wichtige Biodiversität.

- Sicherung eines nachhaltigen und naturverträglichen Wirtschaftens

Gewinnmaximierung steht bei Großkonzernen meist an übergeordneter Stelle – dieser Maxime werden andere Ziele untergeordnet. Bäuerliche Betriebe hingegen verstehen Tiere und Boden als Grundlage ihrer Existenz und behandeln diese entsprechend. Sie haben in der Regel eine stärkere emotionale Bindung an ihre Tiere und achten bei der Bewirtschaftung des Bodens darauf, diesen in gutem Zustand auch an die nächste Generation weitergeben zu können.

- Sicherung qualitativ hochwertiger, regionaler Produkte

Nur mit einer ausreichenden Bezahlung können die Milcherzeuger auch weiterhin hoch qualitative Milch erzeugen. Um wirklich Frische und Regionalität zu garantieren, muss eine flächendeckende Milcherzeugung mit kurzen Wegen zur Molkerei möglich sein.

- Erhalt der Vielfalt des Lebensmittelangebots

Mit zunehmender Konzentration im Bereich der Verarbeitung und des Handels nimmt die Vielfalt des Lebensmittelangebots ab. Der BDM trägt mit seinem Kampf auch dafür Sorge, dass die Verbraucher auch in Zukunft eine echte Vielfalt bei den Milchprodukten vorfinden. Eine Vielfalt, die mehr bedeutet, als sich nur noch zwischen vielen Produkten von nur zwei bis drei Konzernen entscheiden zu können. Wie wichtig eine Vielfalt und damit echte Alternativen sind, belegen immer wieder die Lebensmittelskandale der vergangenen Zeit.

Wichtig ist deshalb auch die

- Reduzierung der Abhängigkeit von Großkonzernen im Lebensmittelbereich

Nicht nur für die Erzeuger, auch für die Verbraucher hat die zunehmende, politisch geförderte Konzentration der Lebensmittelunternehmen fatale Folgen. Sich im Bereich der Grundnahrungsmittel ähnlich abhängig von einzelnen Unternehmen zu machen wie im Energie- und Treibstoffmarkt, ist eine schwerwiegende politische Fehlentscheidung.

- Sicherung der Ernährungssouveränität

Ein wichtiger Aspekt für die Freiheit des Staates ist die Souveränität im Bereich der Ernährung.

Bei zunehmender Liberalisierungs- und Weltmarkt-Orientierung wird dieser Grundsatz immer stärker in den Hintergrund geschoben und gedanklich stärker den Entwicklungsländern zugeordnet als den hoch entwickelten europäischen Staaten. Doch auch in Europa darf dieser Grundsatz nicht vernachlässigt werden. Der Staat vernichtet sein „wertvollstes Tafelsilber“, wenn er die bäuerliche Landwirtschaft vernichtet und dem Aufkauf der bäuerlichen Flächen und Produktionsstätten durch Großinvestoren, Banken, Molkereien und Handel tatenlos zuschaut oder sogar fördert. Boden und (Süß-)Wasser sind neben Luft die wesentlichsten Faktoren, die die Grundversorgung und damit den Wohlstand der Gesellschaft sichern.

Wie will der BDM den Fortbestand möglichst vieler Milcherzeuger erreichen?

- Erzielen von Wertschöpfung mit der Produktion und Vermarktung von Milch

Die Milcherzeuger sind zwischenzeitlich abhängig geworden von staatlichen Transferzahlungen. Diese Entwicklung ist angesichts der finanziellen Situation der öffentlichen Hand und der in diesem Zusammenhang zunehmenden bürokratischen Vorgaben nicht zukunftsfähig.

Staatliche Subventionen werden auch zukünftig notwendig sein, um betriebswirtschaftliche oder geografische Ausnahmesituationen auszugleichen (z.B. Milchproduktion in Bergregionen). Es darf aber nicht so sein, dass der Großteil der Erzeuger ohne staatliche Transferzahlungen wirtschaftlich nicht überleben kann.

Um eine Abkehr von dieser unsäglichen Entwicklung zu schaffen, ist für den BDM der Fokus gerichtet auf die

- Gestaltung von marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Milchmarkt

Jeder Markt wird durch dessen Akteure bzw. die Rahmenbedingungen, die die Akteure vorgeben, gestaltet. Selbst die geplante Abschaffung der Milchquote ist letztlich nichts anderes als eine Veränderung einer Rahmenbedingung.

Wie notwendig Märkte die Vorgabe von Rahmenbedingungen brauchen, zeigt die Entwicklung der Finanzmärkte in 2008. Auch der Milchmarkt läuft Gefahr, durch nicht marktgerechte oder fehlende marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen aus dem Ruder zu laufen. Unser Ziel ist es, die Rahmenbedingungen dahingehend mitzugestalten, dass mit der Produktion von Milch Wertschöpfung erzielt werden kann. Dazu muss es eine Marktordnung geben, die Wettbewerb über alle Stufen der Milcherzeugung ermöglicht und ein Marktversagen verhindert, dass dadurch entsteht, dass die Marktmacht bei Handel, Molkereien und Erzeugern völlig ungleich verteilt ist. Es muss durch diese Marktordnung möglich sein, dass ein

- Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage

erreicht werden kann, damit sich so auf dem Markt ein kostendeckender Preis auch für die Erzeuger bilden kann.

Dazu bedarf es einer kontinuierlichen Beobachtung der Entwicklungen auf dem Milchmarkt. Auf sich abzeichnende und eingetretene Änderungen des Nachfrageverhaltens muss sofort reagiert werden. Ohne sofortige Reaktion wird es auch künftig immer wieder zu Marktverwerfungen kommen, die - wie in anderen Produktionssparten - durch lange Tiefpreisphasen und kurze Hochpreisphasen gekennzeichnet sind. Die sofortige Anpassung der Angebotsmenge an eine sich verändernde Nachfrage kann nur durch eine

- flexible Mengensteuerung im Einflussbereich der Milcherzeuger

erreicht werden. Die Milchquotenregelung, die bis wenigstens 2015 in der EU gilt, ist in der bisherigen Handhabung ungeeignet, den Milcherzeugern ein sinnvolles Wirtschaften zu ermöglichen. Statt dem eigentlichen Sinn der Quotenregelung zu folgen – die Milchmengen so zu beeinflussen, dass die Milcherzeuger ihr Einkommen durch die Milchproduktion erwirtschaften können - , wurde dieses staatliche Instrument tatsächlich vor allem gezielt dazu genutzt, die Milchpreise niedrig zu halten.

Nach dem Motto „Das Bessere anstreben und das Gute bewahren“ kann die Konsequenz aus der falschen Handhabung dieses Instruments jedoch nicht die völlige Abschaffung jeder Art von Mengenmanagement sein, sondern muss eine Erneuerung und Flexibilisierung des vorhandenen Systems sein.

Durch eine völlige Abschaffung des bestehenden Quotensystems wird nicht das erreicht, was als Ziel formuliert wird: Mehr Wettbewerb. Im Gegenteil: Es wird zu einem völligen Marktversagen kommen – zumindest für die Milcherzeuger.

Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Markt/Wettbewerb ist die gleichwertige Marktstellung der Milcherzeuger.

Der BDM kämpft deshalb für eine

- Teilnahme der Milcherzeuger am Markt auf Augenhöhe

Die Marktstellung der Milcherzeuger ist äußerst schwierig. Sie produzieren mit der Milch ein so genanntes Gattungsprodukt, das nur in geringem Umfang differenzierungsfähig ist. Damit sind alle Forderungen, die Erzeuger müssten für einen besseren Preis ihr Produkt nur besser vermarkten, sehr kritisch zu sehen. Der Milcherzeuger hat ein frisches Produkt zu verkaufen, das aufgrund seiner schnellen Verderblichkeit nicht einfach eingelagert werden kann, bis ein besserer Preis erzielbar ist. Die Tatsache, dass rund 90.000 Milcherzeuger etwa 100 Molkereien und 5 großen Handelsketten gegenüberstehen, zeigt den Druck, der auf jedem einzelnen Bauern lastet und zwar sowohl von oben als auch von seinen konkurrierenden Berufskollegen. Der einzelne Milcherzeuger ist für seine Marktpartner ohne Probleme „ersetzbar“. Diese spezifischen Besonderheiten machen es notwendig, die Marktposition der Milcherzeuger zu schützen bzw. zu verbessern, damit diese zu echten Marktpartnern werden können.

Die Marktstellung der Milcherzeuger wird nicht automatisch verbessert, wenn sich die Marktposition „seiner“ Molkerei verbessert. Wer Molkereiinteressen mit Erzeugerinteressen gleichsetzt, vernachlässigt, dass hier zwei elementar unterschiedliche Interessen aufeinander treffen – auf der einen Seite das Interesse an einem billigen Rohstoff, auf der anderen Seite das Interesse an einem möglichst hohen Preis für das erzeugte Produkt. An dieser Interessenslage ändert auch die Tatsache, dass der Großteil der Milch in genossenschaftlich organisierten Molkereien verarbeitet wird, nichts.

Wollen die Milcherzeuger auch nur annähernd auf Augenhöhe agieren und zu echten Marktteilnehmern werden, muss die

- Unabhängigkeit der Milcherzeuger

erreicht werden.

Neben der Unabhängigkeit von staatlichen Transferzahlungen und der damit verbundenen Reduzierung von Bürokratie durch Antragsstellungen für irgendwelche Förderprogramme, gilt es vor allem eine größere Unabhängigkeit von der Molkereiwirtschaft zu erreichen. Wenn sich der Milchmarkt sich im Marktgleichgewicht befindet, sind vielschichtigere Vermarktungswege für die Milcherzeuger eröffnet. Es kann ein wirkliches Marktverhalten entstehen, das bisher übliche reine Ablieferungsverhalten wird zu einem Relikt der Vergangenheit. Die Milch kann verkauft werden – nicht wie bisher nur abgeliefert, ohne zu wissen, welchen Preis man dann von der Molkerei erhalten wird.